Jens Spahn, der Gesundheitsminister, sagte, die App wäre entscheidend, um die Maßnahmen zu beschleunigen, die ergriffen werden, um Infektionsketten zu durchbrechen, insbesondere in einer Zeit, in der die Deutschen mobiler wurden. Lothar Wieler vom Robert Koch-Institut (RKI), Deutschlands führendem Beratungsgremium für öffentliche Gesundheit, sagte, die App sei ein “effektives Werkzeug, um uns dabei zu helfen, Infektionsketten zu durchbrechen”. Nach einer von vielen als übermäßig lange Verzögerung geglaubten Erscheinung, nach Berichten über technische Probleme und Änderungen in der Entwicklungsstrategie, hat eine der führenden Volkswirtschaften Europas endlich ihre Covid-19-Kontaktverfolgungs-App gestartet, aber fast sofort Datenschutzängste geschürt – nicht das Vereinigte Königreich, wie es hätte sein sollen, sondern Deutschland. Die deutsche App hat einen Open-Source-Programmcode, was bedeutet, dass sie möglicherweise von anderen Ländern kopiert und aktualisiert werden kann. Doch bereits jetzt gab es Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes. Die Financial Times berichtete, dass der deutsche Datenbeauftragte Ulrich Kelber, der die Entwicklung der Technologie überwachte, sagte, er sehe zwar keinen Grund, vom Download der Bluetooth-basierten App abzuraten, aber Anpassungen müssten “so schnell wie möglich” vorgenommen werden. Die Bundesregierung hat an ihre Bürger appelliert, eine neu verfügbare Coronavirus-Warn-App herunterzuladen, als sie das bisher ausgefeilteste Instrument zur Bekämpfung der Pandemie auf den Markt brachte. Benutzer mit Covid-19-Symptomen können Testergebnisse mit einem QR-Code kommunizieren, der von einigen, aber nicht allen deutschen Gesundheitsdienstleistern angeboten wird, und im Falle eines positiven Testergebnisses werden Benutzer gebeten, ihre temporären Schlüssel von bis zu den letzten 14 Tagen freiwillig auf den Server hochzuladen. Um Missbrauch zu verhindern, überprüft das Corona-Warn-App-Backend zunächst das positive Testergebnis. Wenn bestätigt, fügt der Server die Schlüssel des Benutzers zur bestätigten Covid-19-Liste hinzu, die regelmäßig an alle Apps gesendet wird. Die Nutzung der App, deren Entwicklung 20 Mio. EUR gekostet hat, ist freiwillig, aber Virologen sagen, dass 60 % der Deutschen sie herunterladen müssen, damit sie wirksam wird. Der nächste Schritt, so Spahn, wäre der Aufbau eines Systems, das in ganz Europa funktionieren würde.

Wenn ein deutscher Nutzer ins Ausland reist, funktioniert die App derzeit nicht. Doch bei allen Bedenken, was nicht geleugnet werden kann, und sehr viel das britische App-Entwicklungsprogramm zu schanden, ist die App ist sehr viel da draußen im Land, mit Berichten der Nachrichtenagentur Reuters, dass es 6,5 Millionen Mal innerhalb von 24 Stunden nach seiner Einführung am 15. Juni heruntergeladen wurde. Deutschlands Smartphone-App zur Verfolgung von Coronavirus-Infektionen sei in den ersten 24 Stunden seit dem Start 6,5 Millionen Mal heruntergeladen worden, sagte der Chef des Softwarekonzerns SAP am Mittwoch. Eine solche Privatsphäre scheint das Vertrauen der Öffentlichkeit in Deutschland, einem Land mit 84 Millionen Einwohnern, gewonnen zu haben. Frankreichs App, die Daten zentral speichert und nicht von Apple unterstützt wird, wurde von nur 2 Prozent der Bevölkerung aktiviert. “In enger Zusammenarbeit hat das Projektteam in Rekordzeit eine App entwickelt, die uns dabei hilft, die Infektionsketten des Coronavirus zu durchbrechen”, ergänzt Jürgen Müller, Chief Technology Officer und Vorstandsmitglied von SAP. “Das Engagement für die Open-Source-Plattform GitHub ist hervorragend und zeugt von einer lebendigen Software-Engineering-Kultur in Deutschland. Jetzt ist es wichtig, dass so viele Menschen wie möglich die App nutzen.” Gesundheitspolitiker, Computerhacker und Minister der Regierung, die alle an der Entwicklung beteiligt waren, stellten die App am Dienstagmorgen in Berlin der Öffentlichkeit vor. Bis zum Mittag soll es mehr als 1m mal heruntergeladen worden sein.

Unterstützt wurde sie von einer massiven Werbekampagne über Rundfunkanstalten und auf Plakatwänden führender DAX-Unternehmen und des Deutschen Fußball-Bundes(DFB) in der Hoffnung, ein möglichst großes Publikum zu erreichen.